April 10, 2010

Gesund

Kaum ist das Wetter besser, verlagert sich das Leben wieder nach draussen. Auf dem Dorf bedeutet das, dass vor und hinter dem Haus beständiges Kommen und Gehen herrscht. Die Kinder bewegen sich wie ein Bienenschwarm frei zwischen Haus, Garten und Lokalitäten wie Dorfbrunnen, Spielplatz und Bauernhof.

Ich glaube, es gibt kaum einen Platz, der mit einer derartigen Reichhaltigkeit an Erfahrungen aufwarten kann als das ursprüngliche, agrarisch geprägte Dorf. Mag sein, dass das einfach nur ein direkter Bezug zu meiner Kindheit ist, dass das Dorf, in dem ich hier von Zeit zu Zeit verweile, so sehr daran erinnert. Und auch in der Stadt, das entsprechende Umfeld vorausgesetzt, kann man genauso glücklich und vor allem behütet aufwachsen, weil das soziale Umfeld noch intakt ist - gesund eben - doch Komponenten wie Wiesen, Äcker, Wald und eben Bauernhöfe sind in der Stadt eher nicht zu finden.

Je älter man wird, desto attraktiver wird die Stadt, mit ihren vielen Angeboten, gerade auch auf intellektueller Ebene und der unglaublichen Diversität der Menschen.

Letzten Endes - das zeichnet sich ab - ist der überschaubare Kreis sozialer Kontakte die Destination, in der die Mischung aus immergleichem Alltag, durchdrungen von jahreszeitlichen Aktivitäten und der langwelligen Reifung durch Alterung den Rahmen für das Leben bietet, das erfüllt. Das Besondere tritt in einer auf den ersten Blick reizarmen Umgebung viel klarer hervor.

Was ich noch gerne ausarbeiten möchte: Arbeiten im regionalen Umfeld. Die Regionalisierung der Nahrungsmittelerzeugung und -beschaffung. Das Spannungsfeld zwischen der globalen Gleichsetzung von Lebensstandards und die sich daraus für die Industrienationen ergebenden Konsequenzen. Kann sich nur noch um Monate handeln.

Posted by tilman.haerdle at April 10, 2010 10:21 PM
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